Nablus hat an die 150.000 Einwohner. Die Erfüllung der kommunalen Aufgaben in der Stadt ist jedoch durch die politischen wie geographischen Rahmenbedingungen erschwert. Die Nablus-Initiative will mit ihren Aktivitäten einen Beitrag dazu leisten, den Menschen in der Stadt das Alltagsleben zu erleichtern.

Nürnberg und Nablus verbindet sowohl eine reiche Handelstradition als auch die Rolle beider Städte als Verkehrsknotenpunkte. So wie die Nürnberger Handelshäuser mit ihren Kaufmannszügen einst Waren in aller Herren Länder brachten, war Nablus einst Knotenpunkt für Geschäfte zwischen Kairo und Damaskus. Nürnberg (als freie Reichsstadt) und Nablus waren lange Zeit politisch relativ eigenständig.

Die Besiedlung des Tals um Nablus begann im frühen 4. Jahrtausend v. Chr. Hier lag der aus dem Alten Testament bekannte Ort Shechem (Sichem) – noch heute zählt der Jakobsbrunnen zu den Sehenswürdigkeiten. Durch den Vertrag von Sèvres 1920 gelangte Nablus zum britischen Mandatsgebiet „Palästina und Trans-Jordanien". Seit der Unabhängigkeitserklärung Israels 1948 liegt Nablus in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Traditionelle Wirtschaftsgüter sind Olivenöl und Seife. Ein starkes Standbein ist die Textilindustrie, speziell die Jeans-Fertigung. Nablus ist Sitz der Börse Palästinas (PEX) und der An-Najah-Nationaluniversität. Neben Muslimen und Christen leben in Nablus auch rund 400 Samaritaner.